Dienstag, 8. August 2017

Vive la france auf der Venloer Straße. Kaffee-Geschichte bei Madame Tartine


Eigentlich haben wir es nicht so weit. Wir sollten viel öfters unseren Nachbar besuchen. Eigentlich. Denn eigentlich, sind wir viel zu selten in Frankreich. Gegen Frankreich-Fernweh gibt es noch ein anderes Rezept, als in den Thalys zu steigen. In Köln gibt es gleich mehrere Anlaufstellen. Meine beiden liebsten: Madame Tartine und die Bagatelle.
Die Bagatelle gibt es gleich drei Mal in Köln. In Lindenthal, in Ehrenfeld und in der Südstadt. Das Konzept der kleinen französischen Tapas ist einfach gehalten. Man bestellt zusammen, isst nicht immer gleichzeitig, da die Bagatellen immer unterschiedlich lange brauchen, trinkt Wein oder Bier und genießt die Zelebration eines Dinners in voller Länge. Wer schnell was essen möchte, große Portionen zum kleinen Preis erwartet oder sonst am liebsten Pommes und Currywurst diniert, ist hier falsch. Hier wird der Abend in aller französischen Gelassenheit verbracht. Auch wenn das schon mal bedeutet, dass der Ziegenkäse eine halbe Stunde nach dem grünen Babyspargel kommt.
Aber eigentlich will ich gar nicht lange auf die Bagatelle eingehen, da mein Business mehr Richtung Cafés geht.
Auf der Venloer Straße tobt das Leben. Jeden Tag, jede Nacht. Morgens etwas verschlafen, aber dennoch kann man hier kaum Ruhe finden. Warum auch, dafür gibt es andere Veedel. Neben der Zoo Bar gibt es dennoch einen Ort, der sich fast wie Ferien in Frankreich anfühlt. Mit dem Platz auf dem Bürgersteig hat man die Szenarien, die die Venloer Straße einem präsentiert, direkt vor der Bol mit Café au Lait. Nimmt man den Platz am Fenster ein, sitzt man zwischen Ruhe und dem Ehrenfelder Trubel. Eine Reihe dahinter, mehr im Gastraum, wird es ruhiger und mit der Holzverkleidung rustikaler. Die Bilderrahmen zeigen Frankreich auf Fotos und Karten. Nicht weit von diesem Platz thronen die Croissants und warten auf ihren Auftritt. In der Theke sind Quiches platziert, in der minimal kleinen Küche wird Frühstück und der formidable Mittagstisch zubereitet. Der Kaffee? No Words needed. Ist von Schamong, schließlich kennt man sich in der Nachbarschaft. Deshalb nutzt man auch in der Zoo Bar die Toilette.


Wer ausgiebig Frühstücken möchte, sollte das Käsefrühstück oder das mit Wurst bestellen. Das Brot dazu hat eine herrliche Kruste und schmeckt auch nur mit Butter. Während zum Wurstfrühstück Tapende gereicht wird, wird der Käse mit Marillenmarmelade serviert. Ich empfehle das Brot mit Butter zu essen und den Käse separat mit Marmelade.
Wer auf der Suche nach einem Mittagessen ist, sollte das Mittagsangebot in Betracht ziehen – oder eine Tarte. Der Name des Cafés kommt nicht von ungefähr. Die Tarte mit Lavendel sollte bestellt werden. Es sollte ein Bissen genommen und die Augen geschlossen werden. Dann merkst du, dass du nicht in Ehrenfeld, sondern irgendwo in Paris oder der Provinz sitzt.
Und wer kehrt so ein? Nun, Franzosen, liegt nahe. Aber auch alle unterschiedlichen Menschen, die auf der Suche nach ein bisschen französischer Ruhe abseits der Venloer Straße sind. Und ab und zu auch mal ganz schnieke Typen. Die sympathische Gelassenheit des Cafés zieht halt an.



Das Café: Madame Tartine
Meine Empfehlung: Käsefrühstück oder ein Stück Quiche
Plätze: vielleicht so um die 25
Dran denken: In der Zoo Bar die Toilette nutzen
Warum ich Madame Tartine so mag: Wegen Frankreich, naturellement. Und wegen Europa.


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