Samstag, 15. April 2017

Auszeit nur für sich. Alleine Reisen: Tipps statt Vorurteile



Warst du schon mal alleine einen Kaffee trinken? Das kann ganz entspannt sein. Wo also liegt das Problem, dieses Date mit sich selber auf ein paar Tage länger auszuweiten?
Wer alleine verreist und darüber erzählt, bekommt meistens solche Fragen an den Kopf geworfen: Wie ganz allein? Ohne Begleitung? Du fliegst alleine in einem Flugzeug? Du gehst alleine durch eine Stadt? Hast du keine Angst? Was ist, wenn dir was passiert? Und immer folg dann das verurteilende Fazit des Gegenüber: Ne, das habe ich noch nie ausprobiert. Das wäre nichts für mich. Da ist man ja so... alleine.

#facepalm

Denn ganz genau, das ist das Problem: Die meisten haben es noch nicht ausprobiert. Aufgrund dieser ganzen Borniertheit folgt hier mein Statement, dass ich schon lange loswerden wollte.

Ich bin noch kein halbes Jahr alleine durch die Welt gereist, aber ich habe schon mehrfach einige Tage irgendwo alleine verbracht, wenn mich Fernweh und Erkundungen einfach gepackt haben. So wäre ich sonst noch nicht nach Stockholm, Kopenhagen, New York oder Florida gekommen.

Wenn ich zum Beispiel einen Städtetrip plane, möchte ich (wie letztes Jahr in Barcelona, wo ich auch alleine war) die Stadt genießen. Ich möchte Museen erkunden, Cafés und Restaurants testen, aufstehen wann ich will, meine Pläne ändern oder an ihnen festhalten wie es mir passt. Natürlich habe ich schon mehr  Städtetrips mit Begleitungen gemacht als welche alleine und es war (fast) immer schön. Aber diese Unabhängigkeit bietet ein Stück Urlaub vom Alltag, den ich ab und zu brauche. Manchmal reicht es nicht, sich einfach nur in das Lieblingscafé zu setzen. Und das hat nichts mit Einsamkeit zu tun.

Wer mal ein Hostel besucht hat, weiß: Es gibt dort meistens mehr Menschen, die alleine reisen als Menschen in Begleitung (Was?! Und diese Menschen fliegen alle alleine in einem Flugzeug?!). Deshalb ist es oft schwieriger, wirklich alleine zu sein. Ich zumindest sage spätestens am zweiten Abend die Einladung zum gemeinsamen „in einer Runde sitzen und den typischen Hostel-Gesprächsscheiß durchziehen“ ab. Obwohl ich natürlich auf meinen Solo-Reisen auch schon sehr interessante Menschen kennengelernt habe. Als Gruppe aber bleibt man dann doch immer als Gruppe zusammen.  

Ich selber bin noch nie in eine Situation gekommen, die gefährlich war, nur weil mir eine Begleitung fehlte. Dafür schätze ich meinen Menschenverstand als sehr gesund ein.

Den meisten fehlt es einfach an der Chance. Ich selber habe diese Chance ausprobiert, als ich nach Stockholm wollte, aber bei allen anderen die Zeit nicht passte – nur bei mir. Wer diese Chance nicht bekommt, sollte sie übrigens einfach mal ausprobieren. Es scheitert nur am Selbstvertrauen. Zeit für sich außerhalb des Alltags bedeutet ein Stück Selbstfindung – und manche traurigen Seelen werden auch nie diese Stelle mit sich schließen. Davor habe ich Vorurteile!  

Was man alleine lernt:
-       viel über sich selbst
und
-       dass die Welt gar nicht so böse ist.

Was ich übrigens nie mache, wenn ich alleine bin: Abends weggehen. Das heißt, ich würde mich jederzeit mittags in ein Restaurant für den Mittagstisch setzen, aber niemals abends zum Dinner. Und alleine weggehen stelle auch ich mir tatsächlich einsam vor. Alleine am Strand mit einem Buch sitzen, kommt Seelenheil dagegen sehr nahe. 


#lifeisgood – also mach was drauß!

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