Sonntag, 12. März 2017

Die beste Bolognese für Motivation und Hunger








Na, wer ist denn da aus dem Winterschlaf erwacht?!


Dabei waren die letzten Wochen alles andere als ein Schläfchen. Ob die Zeit seit Silvester schon mal so schnell raste wie in diesem Jahr, das glaube ich nicht. Ich kann mich zumindest nicht dran erinnern. Die bösen to do's wurden ständig von neuen abgelöst und noch dazu war ich ziemlich restless, wie man so schön sagt. Dieses kleine Blog habe ich dabei sehr außer Acht gelassen, obwohl es sich in den letzten Jahren zu einer Konstanten für Dampf-Ablassen und Entspannung entwickelte.
Tatsächlich habe ich jetzt eine Zeit lang nicht auf meinen Blog geachtet, war weder auf der Seite noch im System drin. 

Aber warum eigentlich?
1. Ich habe aufgehört zu essen.
Die einen sind Stressesser - mir dagegen schlagen Stress und Sorgen auf den Magen. Von den Mittagspausen abgesehen, in denen mich gute Mittagstische retteten, habe ich nicht sonderlich aufwändige Gerichte zu mir genommen. Um dabei nicht vom Fleisch zu fallen, mein Tipp: Lachsbrötchen, Mettbrötchen, Gerichte mit Eier (wie der Hipster-Strammer-Max, also pochierte Eier mit Avocado) und vor allem viele Pancakes und Pfannkuchen. Die machen glücklich, gehen schnell und schmecken immer. 
2. Ich hatte einfach keine Lust.
Die Inspiration fehlte und der Drang zur Perfektion nahm mir den Spaß. In vorbereiteten Blogposts liegen Fotos von orientalischen Hackbällchen mit selbstgebackenem Fladenbrot, Ceasar-Salad und Knabberstangen mit Rosenblüten bereit. In der Vorschau hat mich aber immer ein Detail gestört... und nur deshalb habe ich es nicht gepostet. Das Syndrom hat sich schon vor einiger Zeit auf Instagram gezeigt, da ich dort schon lange nicht mehr drauf los poste. Ich mag mein Fotoalbum, aber nicht mit Schnappschüssen, die mir nach zwei Tagen nicht mehr gefallen. Dafür gibt es schließlich Stories. Beim Blog war es plötzlich ähnlich. So wurde es nicht nur hier ruhig, sondern vergleichsweise auf Instagram auch. 

Einige meiner Lieblingsblogger berichten von ähnlichen Pausen, die bei einigen als sehr befreiend beschrieben werden. In der Blogosphäre kommt es leider immer weniger auf Qualität sondern auf Quantität an. Deshalb einen Post nach dem nächsten raushauen? Mirela von "Coral and Mauve" hat es in "Von Motivation und Neuanfängen" auf den Punkt gebracht: Schreibe darüber, worauf du gerade Lust hast. Und daran möchte ich mich halten. Mein verspäteter guter Vorsatz? Das kann sein. Aber für mich war mein Blog immer mein digitaler Platz, an dem ich tun konnte, was ich wollte. Dahin möchte ich zurückfinden. 

Was lernen wir daraus? Gute Dinge brauchen manchmal Zeit. Das kann diese Bolognese bestätigen. 
In dieser Bolognese ist alles drin, was das Herz glücklich macht - und noch mehr. Wahrscheinlich würde mich jede italienische Nonna durchs Dorf jagen, weil ich meine Bolognese als Bolognese abstemple. Für mich ist sie der Inbegriff von Soulfood. Einziges Manko hier: Spaghetti sind eigentlich zu "schwach" für diese starke Soße. Tagliatelle wären im Nachhinein doch besser gewesen... 
Warum ist diese Bolognese überhaupt meine Lieblingsbolo? Weil sie alles beinhaltet, was satt macht. Fleisch, Gemüse und sogar Linsen, auch wenn Linsen nicht sonderlich Attraktiv scheinen und definitiv nicht in eine Bolo gehören. Sie machen die sowieso schon feste Soße noch ein bisschen fester und sogar etwas sämig. Dazu mischt sich der leichte Rotweingeschmack vom Ablöschen und die Kräuter geben eine herrlich, herbe Abrundung. Ich liebe es und habe immer eine Portion für den Soulfood-Notfall eingefroren. 

Das Rezept: 

125 Gramm Speck (Scheiben oder Würfel)
1 große Möhre
5 Champignons 
1 große Schalotte oder zwei kleine
1 Knoblauchzehe (oder zwei, oder gar keine)
500 Gramm Hackfleisch (Halb/Halb)
Rotwein
1 kleine Dose Tomatenmark
1 Dose gestückelte Tomaten
250 Gramm Gemüsebrühe
6-Kräuter/ italienische Kräuter oder Thymian und Rosmarin 
1 Lorbeerblatt
1 kleine Hand voll Rote Linsen
frische Petersilie 
Parmesan

Spaghetti, besser Tagliatelle 

Die Zubereitung:
Den Speck würfeln und in dem Topf knusprig braten, in dem die Soße gekocht wird. Jetzt muss noch kein Öl mit in den Topf, weil der Speck fettig genug ist. 
Die Möhre, Schalotte und Knoblauch fein würfeln. Die Champignons nur "zerquetschen". Das meine ich wirklich so, denn das spart Zeit, macht Spaß und es ist lecker, in der Soße auf ein Stück Pilz zu beißen. Wenn sie fein gewürfelt werden, bleibt nichts mehr von ihnen übrig. 
Den Speck aus dem Topf holen, Schalotte und Knoblauch mit Olivenöl darin andünsten. Möhren und Champignons dazu. Nach ein paar Augenblicken wird das Gemüse an den Rand geschoben und das Hackfleisch im Topf angebraten. Das kann nach und nach mit dem Gemüse vermischt werden. 
Den Speck dazu und mit einem großen (gerne auch zwei große) Schuss Rotwein ablöschen. Den Rotwein kurz einkochen lassen, anschließend Tomaten, Tomatenmark, Gemüsebrühe, Lorbeerblatt und Kräuter in den Topf geben. Alles gut verrühren, schon mal eine Prise Pfeffer dazu und für mindestens 3o Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Wenn der Deckel drauf ist, kann sie Bolognese sogar noch länger köcheln. 
Wenn die Nudeln ins kochende Wasser gegeben werden, kommen die Linsen in die Bolo. 
Petersilie hacken, Soße abschmecken (fehlt Salz, Pfeffer, Muskat?), Parmesan reiben und alles anrichten. 

Buon appetito!





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