Freitag, 4. November 2016

Hallo Herr Grünkohl - Hello Mr Kale Salad



Natürlich war mir bewusst, dass der Anbau ökologisch nicht sehr wertvoll und nachhaltig eine Katastrophe ist. Aber trotzdem sind Avocados lecker. Sehr sogar. Und ja: Es ist ein Trend, ein Hype und Gutmenschen-Essen. Trotzdem lecker...

Warum aber, muss für ein Kilo dieses Gutmenschen-Essens 1000 Liter Wasser beim Anbau verbraucht werden? Der Körper mag sich wie ein Gutmensch fühlen, der Geist sagt aber: Keep calm und iss nen Apfel.
Seit ich einen Bericht in der Zeit gelesen habe (hier auchonline), hatte ich einen Gewissenskonflikt und kaufte tatsächlich lieber einen Apfel als eine Avocado. Nur beginnt jetzt der Teufelskreis: Ich kaufe einen Apfel, der von Plantagen stammt, die ich von meinem Elternhaus in fünfzehn Gehminuten erreiche.  Ländlich, saisonal, regional. Besser geht's nicht, oder? Denkste! Denn dieser Apfel stammt aus der Ernte des letzten Jahres, lag gut gekühlt in einem dunklen Behälter mit Kiloweise anderer Äpfel und wartete ein Jahr auf seinen Verkaufsauftritt. Soll das nachhaltig völlig im Reinen sein? Steht ja schließlich regional und saisonal drauf?!
Ihr merkt worauf ich hinaus will. Ob Avocadobrot oder Apfel – eigentlich garantiert mir nichts ein gutes Gewissen.  
Ich koche gerne mit saisonalem Gemüse und habe mich seit Mai auf Grünkohl gefreut. In der Hoffnung, dass er tatsächlich noch kein Jahr alt ist, sollte er auch nachhaltiger sein, als eine Avocado. Oder? Wenn mir zumindest das jemand erklären kann, wären mein Gewissenskonflikt und ich sehr dankbar.

Kale Salad habe ich dieses Jahr im Mai in Kalifornien gegessen. Stanford hatte die beste Kantine, in der ich je war und neben Sushi, Burgern und Burritos gab es eben auch Kale Salad. Dieses hübsche Wintergemüse war im warmen Kalifornien bestimmt nicht dem Label regional zuzuordnen... aber lecker. Und endlich liegt er auch hier bei Gemüsehändlern und im Supermarkt neben den anderen Kohlsorten wieder bereit.

Also dann: Es gibt Grünkohl-Salat! Diesmal ist der Kohl so gar nicht totgekocht und mit Mettwurst serviert...





Das Rezept: 

500 Gramm Grünkohl
2 Süßkartoffeln
2 El Pflanzenöl
1 Tl getrockneter Thymian 
1 Prise Cayenne-Pfeffer
Meersalz
Speckwürfel (Menge nach Belieben) 
1 Orange
1 Mandarine
1 Tl Dijon-Senf
1 El Essig (z.B. heller Balsamico) 
1 Prise Salz 
1 Prise Chili
1 Packung Feta

Die Zubereitung: 
Den Grünkohl waschen. Wenn er noch nicht gezupft ist, vorher in kleine Stücke rupfen und den Strunk entfernen. 
Die Süßkartoffeln abschrubben und mit Schale in kleine Würfel schneiden. Auf ein Backblech geben, mit Öl, einer guten Prise Meersalz, Thymian und Cayenne-Pfeffer einreiben. Bei 180 Grad ca. 25 Minuten im vorgeheizten Ofen backen. 
Speckwürfel in einer Pfanne anbraten. 
In einem großen Topf Salzwasser aufkochen und den Grünkohl hineingeben. Ca. 6 bis 7 Minuten blanchieren, abkippen und kalt abschrecken. 
Die Mandarine schälen und die Stücke halbieren. 
Für das Dressing die Orange auspressen. Den Saft mit Senf, Essig, Salz und Chili verrühren und abschmecken. 
Den Salat anrichten: Grünkohl in eine Schüssel geben, darauf das Dressing geben, darauf den Feta zerkrümeln, darauf die Süßkartoffeln, Speck und Mandarinen kredenzen.  




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