Freitag, 18. März 2016

Limetten-Fisch mit Grill-Gemüse





„Du kannst essen, worauf Du Lust hast. Wenn Du Apple Pie essen magst, iss einen ganzen. Wenn Du darauf Cookies und Eis haben möchten, iss auch das. Aber: Backe den Apple Pie selber, stelle auch die Cookies und das Eis selber her. Und dann wirst Du feststellen: Du willst nur noch ein Stück Apple Pie und wahrscheinlich weder Cookies noch Eis drauf.“

Dokumentationen gehören zu meinen liebsten Darstellungsformen. Als Heavy-Netflix-User speichere ich einige auf meiner Liste, schaue sie gerne abends zum Einschlafen an. Neben der hochgelobten Doku „Making a Murderer“ kann ich einige zum Thema „Essen und Genuss“ empfehlen. „Super Size Me“ ist übrigens auch noch gespeichert – allerdings überraschen die negativen Nachrichten über Fast Food nun wirklich niemanden mehr. Dagegen kann ich die stilistisch moderneren Dokus der Reihe „The Chef’s Table“ empfehlen. Restaurantbesitzer werden vorgestellt und Einblicke in das Leben von Starköchen gegeben. So wie bei „For Grace“. „Ein Jahr in der Champagne“ verbindet geschichtliche Aspekte Frankreichs mit dem Wert des Champagners. Und „Jiro dreams of Sushi“ erklärt, mit welcher Perfektion ein fast 90 Jahre alter Sushi-Meister, der sein ganzes Leben nichts anderes gemacht hat als Sushi herzustellen, nichts anderes macht und sogar noch immer von Sushi träumt. Fun-Fakt: Erst nach 20 Jahren Ausbildung darf sich ein Lehrling an der Zubereitung von Eier-Sushi (Tamago) probieren.






Zum oben genannten Zitat. Die neueste vierteilige Doku-Serie heißt „Cooked“. Michael Pollan erklärt durch die vier Elemente die Verbindung zum Essen. Die Folge zum Wasser verdeutlicht das Dilemma der fertigen Produkte und Fast-Food-Industrie. Fakt bleibt, fertiges Essen kostet in der Regel weniger – aber die Zeit, die bei der Zubereitung eingespart wird, muss beim Verzehr aufgerechnet werden. Und darüber war ich mir noch gar nicht so bewusst...
Selberkochen ist meistens nicht nur viel gesünder und hilft, mit Lebensmitteln umzugehen. Es sättigt auch schneller. Probieren, abschmecken, die Zeit in der Küche vergeht und der Bauch wird schneller voll.

Bei dem Zitat erinnerte ich mich an das Gericht, das ich im vergangenen Jahr gekocht habe: Limetten-Fisch mit Grillgemüse.
Die Portion war nach dem Sport mein Abendessen – und normalerweise würde ich davon nicht unbedingt satt werden. Die Dauer der Zubereitung hat sich allerdings gestreckt, dazu hatte ich am Mittag vor dem Sport eine Portion Kohlenhydrate. Es überraschte mich selber, aber ich war tatsächlich satt...


Zum Gericht: Ich koche nicht oft mit Fisch und vermeide, ihn in der Pfanne zu braten. Fisch ist teuer und wie jedes Lebensmittel mit Bedacht zuzubereiten. Mein Gewissen kann es nicht vereinbaren, wenn der Fisch in der Pfanne zerreißt oder nicht nach meinen Vorstellungen gelingt. Also halte ich mich an die Variante für Dummies und packe ihn ein, stelle ihn in den Ofen und warte artig. Es kann nichts passieren und der Fisch entwickelt sich zu einer Aroma-Bombe. 




Das Rezept:

Kabeljau oder anderer Fisch mit festem Fleisch
2 Limetten
Limettenblätter (pro Fisch 3 bis 4)
Koriander
1/2 Chili oder Chilipulver nach Gefühl
Sojasoße
Ingwer (ca. 1 cm das Stück)
Zucchini
Broccoli
Festkochende Kartoffeln
Backpapier oder festes Butterbrotpapier
Salz
Pflanzenöl (Raps oder Sonnenblume)

Das Rezept:
Eine Limette halbieren. Den Saft einer Hälfte auspressen, die andere in Scheiben schneiden. Die Chili ebenfalls in dünne Kreise schneiden. Ingwer schäle und zum Saft der halben Limette reiben (es bleibt ein fäderiges Stück übrig, das weggeschmissen werden kann). Erst mit 6 El Sojasoße anfangen. Abschmecken. Was fehlt? Limette, Schärfe oder mehr Sojasoße? Auf den Gaumen hören und nachwürzen.

Kartoffeln waschen. Das geht sehr gut mit einer Kartoffelbürste, durch die festen Borsten lässt sich der Dreck sehr einfach entfernen und die Schale muss nicht entfernt werden. Würfeln und auf ein Backblech oder in ein ofenfestes Gefäß mit Backpapier legen. Salzen und ein paar Tropfen Öl darauf beträufeln. Für 45 Minuten in den Ofen bei 180 Grad garen.

Den Fisch trocken tupfen. Das Backpapier in Streifen schneiden oder zwei Butterbrotpapierstücke übereinander legen. Den Fisch auf das Papier legen. Die Limettenblätter auf den Fisch legen, darauf die Limettenscheiben, gewaschene Korianderblätter, eine Prise Salz und einen Esslöffel der Sojasoße geben. Das Papier so zusammenschlagen, dass eine Art Päckchen entsteht. Festbinden oder feststecken und in eine weitere ofenfeste Form geben. Wenn die Kartoffeln bereits 25 Minuten im Ofen sind, den Fisch mit dazu setzen.

Broccoli kurz in siedendem Wasser blanchieren, abtropfen. Zucchini waschen und in dünne Spalten schneiden.  Die zweite Limette ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Eine Grillpfanne mit sehr wenig Öl erhitzen. Limettenscheiben in die Pfanne geben, kurz anbraten und das Gemüse grillen. In eine Schüssel damit und warten, bis die Kartoffeln fertig sind. Diese können sich unter das Grün mischen und werden gemeinsam mit ein wenig Koriander serviert. Ein bisschen von der Sojasoße schmeckt auch gut dazu. Den Fisch aus dem Paket befreien, mit dem ausgetretenen Saft und dem Gemüse anrichten. Optional mit Sesam bestreuen. 


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