Sonntag, 13. September 2015

Zitronenhühnchen mit Kartoffeln und Datteln





Mehr Zitrone geht nicht


In dem feuerroten Topf hat sich ein Hühnchen versteckt. Eingebettet in einem Haufen Soulfood. Die Hauptrolle hat aber weder das Fleisch, noch die Beilage - es ist die gelbe Frucht, nach der ich süchtig bin und hier bis zum Maximum ihr Aroma abgibt: Mehr Zitrone geht nicht!
Gibt das Leben dir eine Zitrone, mache Zitronenhühnchen mit Kartoffeln und Datteln draus. Es mag nämlich Menschen wie ich geben, die Zitrone auf alles kippen oder sogar Milkshake-Zitrone oder Zitronen-Joghurt wählen (das ist ein saures Gen, das bei mir in der Familie liegt). Deshalb erschien es mir nur logisch, eine ganze Menge Zitrone nicht nur auf das Hühnchen - sondern vor allem auf die Kartoffeln zu kippen.
Mein Verhältnis zu Kartoffeln würde ich als gespalten bezeichnen. Ich liebe Süßkartoffeln und Kumpir. Die blasse deutsche Schwester ist dagegen nicht so mein Freund. Im Gegenteil: Ich würde freiwillig nie auf die Idee kommen, mir Kartoffeln zu kochen. Was kulinarisch-traumatische Erlebnisse meiner Kindheit verursacht haben, musste allerdings endlich aufgearbeitet werden. Es kann doch wirklich nicht sein, dass ich keine Kartoffeln mag... und nicht kochen kann?? 
Das Rezept vom Zitronenhühnchen von Jamie Oliver habe ich vor zwei, drei Jahren das erste Mal gekocht. Es schmeckt herrlich frisch, allerdings koche ich selten ein Brathähnchen. So wandelte ich es ab, legte noch Datteln dazu und gab dem Flattermann den ultimativen Lemon-Kick. Und wie waren die Kartoffeln? Dazu später mehr. Erst...




Das Rezept:

Hähnchenbrustfilet
kleine festkochende Kartoffeln
1-2 Zitronen (Bio wäre gut)
frischer Thymian
1 Knoblauchzehe
Datteln
Speck
Salz, Pfeffer, Öl zum Anbraten

Zur Vorbereitung: Zitronen heiß waschen, eine Zitrone in Scheiben schneiden. Thymian und Kartoffeln waschen.
Das Hähnchenbrustfilet mit einem Schnitt in die "Falte" ein wenig weiter öffnen. Dadurch entsteht eine Art Tasche, in die zwei Zweige Thymian und zwei Scheiben Zitrone gelegt werden. Das Fleisch wird mit Spießen oder Küchenband befestigt. Salzen und pfeffern und kurz wegstellen.
Für die Kartoffeln in einem großen Topf Wasser aufkochen. Einen Teelöffel Salz, die Kartoffeln, die andere Zitrone und die Knoblauchzehe ins Wasser geben. 13 Minuten kochen lassen (sie sollten noch nicht ganz durch sein. Größere Kartoffeln gehen natürlich auch, aber diese müssen in kleine Würfel geschnitten werden.) Die Kartoffeln abgießen, Knoblauch und Zitrone rausfischen und verwahren (!), Kartoffeln kurz ausdämpfen lassen und zurück in den Topf geben.
In einem Bräter oder einem Topf, der für den Backofen geeignet ist, Öl erhitzen. Ist es schön heiß, wird das Hähnchen von beiden Seiten angebraten. Bei mir reichten ca. 4 Minuten von jeder Seite. Anschließend die Kartoffeln um das Fleisch legen und die restlichen Zitronenscheiben darauf legen. Die Zitrone, die in den Kartoffeln gekocht hat, ist jetzt schön weich. Mit einer Gabel ein paar Mal einstechen und mit dem Knoblauch in den Topf geben. Deckel* drauf und ab in den Ofen.
Ca. 40 bis 45 Minuten bei 175 Grad garen.
In der Zwischenzeit Datteln mit Speck umrollen und in einer beschichteten Pfanne ohne Öl anbraten. Bevor das Hähnchen raus darf, kommen die Datteln mit in den Topf. Vor dem servieren die große Zitrone und die Knoblauchzehe entfernen.

*Wer keinen Topf mit Deckel für den Backofen hat, kann sich mit einem Stück Backpapier helfen. Das Papier zurechtschneiden und unter dem Wasserhahn zusammenknüllen. Auseinander falten und auf den Topf als Deckel legen. So bleibt das Fleisch ebenfalls saftig.



Wie waren die Kartoffeln? 
Die Kartoffeln waren göttlich. Sie haben eben nicht nach nichts geschmeckt, sondern nach purer Zitrone. Mein Kartoffel-Traume beginnt übrigens auch bei der Konsistenz. Ich mag diese Sämigkeit nicht, also wenn eine Kartoffel nicht fest aber auch nicht weich ist. Die "Neuen Kartoffeln" haben den Vorteil, dass sie fest sind, obwohl sie gar sind. Hier habe ich mich ein kleines bisschen mehr mit der Knolle angefreundet...



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