Sonntag, 30. August 2015

Überwunden und glücklich: Sardinen ausnehmen



Sardinen sind mein neuer Tintenfisch. Ich habe früher in Griechenland die frittierten Kreislinge fast täglich bestellt. Und genau das war das Problem. Ich konnte sie irgendwann nicht mehr sehen. Setze mir frittierte Tintenfischringe vor und ich muss leider das Restaurant verlassen... Die Alternative war schnell gefunden: Gegrillter Oktopus. Nur leider gibt es den nicht in vielen Restaurants und so führte es mich zu frittierten Sardellen oder Sardinen. Was liebe ich diese kleinen Happen! 
Und das, obwohl ich bei frittierten Speisen ziemlich eigen bin. Ich käme  nie auf die Idee, die Fritteuse zu Hause anzuwerfen. Ich mag den Geruch nicht und habe immer ein schlechtes Gewissen - nicht wegen der Kalorien, sondern weil meine Haut zu viel Fett gar nicht mag und streikt.  Außer Haus gerne ab und zu. Aber Daheim? Nene...

Aber warum auch, wenn Sardinen so perfekt auf einem Grill zubereitet werden können. Einfach, lecker, ein Träumchen - und selber ausgenommen. 

Lange habe ich mich davor gedrückt: Fisch ausnehmen.
Ich gehe selber nicht angeln, bin aber großer Fisch-Fan, am liebsten vom Grill, aber ohne Knoblauch selbstverständlich. Dass so ein Fisch ausgenommen werden muss, verdränge ich beim Essen immer. Ob Fisch oder Fleisch - irgendwer muss es aber machen. Vor der Aufgabe habe ich mich ständig gedrückt und es der Küchenchefin zu Hause überlassen. Bei der letzten Sardinen-Schlacht überkam mich letztendlich doch die Motivation. 
Das Ergebnis war sehr interessant. Etwas vorher selber so vorzubereiten, dass es anschließend weiterverarbeitet werden kann, lehrt einem auch wieder, wie wertvoll Fisch überhaupt ist.

Zur Zubereitung und zum Rezept: 



Sardinen ausnehmen geht einfacher als gedacht. Ich habe mir allerdings Einweghandschuhe angezogen, weil ich das Gefühl nicht mag, wenn etwas an meinen Händen klebt. 
Also: Mit einem Messer wird kurz hinter dem Kopf ein Schnitt gesetzt. Anschließend wird er beherzt nach unten gezogen. Dabei reißt der Fisch ein und das Innere geht mit raus. Es entsteht ein Riss am Bauch. Einmal kurz mit dem Finger durch den Bauch gehen, damit auch alles draußen ist. Die Fische in einer Schüssel voller Wasser sammeln. Sollten Darm oder Schwimmblase noch enthalten sein, schwimmen sie aus dem Fisch raus und können entfernt werden. 
Gar nicht so schlimme - oder? 

Die blitzschnelle Zubereitung: 
Einmal Sardinen ohne Schnickschnack bitte!
Keine Kräuter, auf keinen Fall Knoblauch, dafür ganz viel Salz und Zitrone zum Schluss. 
Die Sardinen werden nacheinander, eng und versetzt auf ein Grillgitter gelegt. Vorher trocken tupfen und mit Sonnenblumen-Öl einpinseln. Gitter schließen und das war's auch schon! (Fischgitter sind praktisch. Wer keines hat, kann auch ein normales Gitter nehmen, muss aber ziemlich aufpassen, dass die schmalen Fische nicht durchrutschen.) 
Auf dem heißen Grill werden die Sardinen von beiden Seiten 3 bis 4 Minuten gegrillt. Auf einen Teller damit, Meersalz und Zitronenspritzer drüber - und schnell essen! 


Hier habe ich zu viel Platz gelassen, also ein wenig zusammenschieben.
Eng und versetzt wie hier, damit die Fische nicht rausfallen.


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