Dienstag, 16. Juni 2015

Hamburg im Kontrast: Fischmarkt und Food Truck Market




Essen passt, Akklimatisierung lässt noch auf sich warten.

Nach der üblichen Touri-Tour galt es am Sonntag, die ersten kulinarischen Ecken in Hamburg zu erkunden. Meine beiden Anziehungspunkte standen direkt im krassen Kontrast: Fischmarkt und Food Truck Market. Fischbrötchen gegen Street Food.





War wohl schon mal voller. Ich fand das Gedränge auch nicht so wild.
Perfektes Frühstück: Nordseekrabben und Milchkaffee.
Der Fischmarkt ist ein inszeniertes Touri-Spektakel. Von allen Seiten schreien Markthändler, versuchen sich mit Auswahl und Angebot zu überbieten, locken mit Auslagen, die für alle Fischfreunde ein Träumchen sind. 
Ich bin bereits als Kind den Nordseekrabben verfallen, weshalb mein Frühstück schon Tage vorher feststand. Für den Milchkaffee habe ich mich gerne zehn Minuten angestellt, schließlich bekam ich mein Brötchen ohne Wartezeit. Ich habe wohl einen passenden Tag erwischt. Wie mir die nette Kaffee-Verkäuferin erklärte, war der Markt ein bisschen leerer als üblich. 
Ob es am frischen Wind lag? Wohl eher nicht. Der kam nur für mich überraschend wie so manches Weihnachtsfest. Meiner Naivität hätte ich mal wieder in den Hintern treten können. Alle sagten mir, in Hamburg zieht es immer, in Hamburg regnet es viel, in Hamburg ist es kalt. Aber Madame dachte sich beim Packen im 27 Grad warmen Köln: Ach, lässte den dicken Schal zu Hause. 
In der Fischmarkt-Halle hätte ich mich aufwärmen können, hatte aber auf den Trubel nicht viel Lust. Die Live-Band war doch nicht so ganz meins. 


Halle zum Aufwärmen oder für den Hörsturz am Morgen. 
Diesen Tintenfisch hätte ich so gerne mitgenommen...
Frittiert? Ne, war nicht so mein Fall.
Und auch das gibt es: Croissants für das Süße nach dem Salzigen. 
Meine kleine Tour zwischen Tradition und Trend: Fischmarkt und Food Truck Market.


Nach einem kurzen Abstecher durch die Speicherstadt und einer Aufwärmepause mit einem doppelten Espresso ging es Richtung Schanze: Die Food Trucks haben gewartet. 

Bei dem Wort Foodtruck bekomme ich eine Assoziation von Auswanderern, die auf Mallorca mit einem Bratwurstwagen ihre deutschen Schulden ausgleichen wollen. Dabei gehören Foodtrucks einer Bewegung an, die weit mehr als Hipster-Street-Food und Instagram-Schnappschüssen zu bieten hat. In den USA gehören Foodtrucks zur kulinarischen Tagesordnung. Es reicht sogar ein Blick nach London. Camden oder Borough Market setzten  damit vor Jahren schon ihre außergewöhnlichen Marken. Jetzt schwappt die Welle endlich, endlich auch nach Deutschland über.
Das Stree Food Festival zeigt in Köln wie beliebt solche Events sind. Der Andrang ist bei jeder Veranstaltung riesig, das Festival wird aber nur einmal im Monat veranstaltet. Da sieht es in Hamburg schon deutlich besser aus. Im März fand das Truck-Event zum ersten Mal statt. Mittlerweile wird es jeden Sonntag wiederholt, optional auch an Donnerstagen. 




Auf dem Gelände angekommen, brauchte ich nicht lange, um mir einen Überblick zu verschaffen. Es sind nur ein paar wenige Trucks - die allerdings den Fokus auf richtig genialen Gaumenschmaus setzen! Eintritt? Gibt es nicht. Rein in den Hinterhof und zuschlagen. 
Wie in Köln gilt hier: Wer früh kommt, darf viel probieren und muss nicht lange warten. Probieren durfte ich Süßkartoffelfritten und polnische Pierogi. Ich bekam eine Teigtaschen mit Kartoffeln und Hüttenkäse. Super lecker! Probe hat überzeugt, die Taschen mit Fleisch und Sauerkraut gingen auf mich.
Mit deeper Musik aus den Gelände-Boxen im Ohr drehte ich eine Runde: Burger, Dinkel-Flammkuchen, afrikanische Küche, Hackbaron mit Hackbällchen, ein Hotdog-Wagen, der polnische Wagen und eine Kaffeebar. Gesponsert wird das Spektakel wohl von Fritz Kola. Die Falschen gab es an jedem Wagen und das Logo strahlte praktisch überall hervor. Zum Sitzen standen Paletten mit Kissen parat.  




What next? Angefixt von der Kiezküche gab es ein Báhn Mì. Eine Art Sandwich, mit genialer Füllung und genialer Soße. Ich wählte - nicht verurteilen - die Variante mit Tofu und Mango-Chili-Soße. Die Salatbeilage war eine Mischung aus Gurke, Möhren, Kohl und Frühlingszwiebel. Gutes Aroma, fein abgeschmeckt und eine Brötchenkonsistenz, mit der keines auf dem Fischmarkt hätte mithalten können. 

Die Lage im Schanzenviertel finde ich sehr praktisch. Von dort kann gemütlich eine Runde durch das Viertel gezogen werden, das auch sonntags einige Möglichkeiten bietet. 







1 Kommentar:

  1. Moin moin! Wir planen gerade ein verlängertes Wochenende in Hamburg! Meine Freundin war noch nie da, ich dagegen schon öfter. Ich überlege schon die ganze Zeit was ich ihr alles zeigen möchte, der Besuch beim Fischmarkt gehört definitiv zu einer Reise nach Hamburg dazu!

    AntwortenLöschen

Blogger Template designed By The Sunday Studio.