Donnerstag, 12. Februar 2015

Alaaf: Berliner für die jecken Tage




Weiberfastnacht. Der Straßenkarneval kann losgehen. Für viele Menschen beginnt heute der jecke Trubel - da bin ich etwas anders. Für mich ist es im Prinzip die jecke Endphase. Ich feier seit fünf Wochen Karneval. Von Sitzung zu Sitzung zu Ball zu Sitzung... am liebsten jeden Tag auf einer anderen Veranstaltung, auf den Stühlen und Tischen stehen, schunkeln, komische Lieder singen, immer anders kostümiert. Ich find's toll.

Deswegen werde ich oft belächelt. Es gibt mindestens so viele Karnevals-Hasser wie Jecke im Rheinland. Und genau darüber musste ich diese Woche lachen. Es war mal wieder Zeit für eine neue Folge "Schulz in the Box". Olli Schulz war mit Antonia aus Tirol unterwegs. Ein echtes Nordlicht hatte Apréski-Premiere und fühlte sich so gar nicht wohl. Laut, voll, Betrunkene die komische Lieder singen. Alle anderen um ihn herum hatten dagegen Spaß - klar, alle anderen feierten freiwillig. 
So fühlen sich wohl jedes mal diese Karnevals-Hasser. Das kann ich komischerweise gut nachvollziehen. Für dieses "einfach lustig sein" muss man schon einen gewissen Knall haben. Ich bin in den Trubel geboren worden. Da hat niemand Rücksicht genommen, ob ich zu Klein für Karneval war. Ich wurde mitgenommen. Hat es mir geschadet? Wohl eher nicht. Aber auch das kommt auf den Betrachter an. Wer Karneval nicht so kennengelernt hat wie ich, kann den ganzen Spökes auch einfach nur belächeln. Dafür hab ich vollstes Verständnis. Es ist schon eine spezielle Zeit, doch wenn der ganze Klüngel ausgeblendet wird, macht es einfach nur Spaß. 



Es gibt ein Gebäck, das gehört zum Karneval wie die Pappnas: Berliner. Oder Puffel. Andere Begriffe kann ich aus dem Rheinland für die ausgebackenen Hefekugeln mit Marmelade nicht akzeptieren. Sie schmecken himmlisch, sind zwar ein bisschen fester als die vom Bäcker, dafür dank weniger Zucker viel genießbarer. Ich muss gestehen, dass Mutti Kuchenfee die Berliner gebacken hat. Die Models sind mir trotzdem vor die Kamera gesprungen. So rund und kurvig wollten sie sich einfach zeigen lassen und bestätigen mal wieder: Size Zero für die Tonne! Zum Glück. 




Das Rezept: 

500 Gramm Mehl, 40 Gramm Hefe, 50 Gramm Zucker, 50 Gramm warme Butter, eine Prise Salz, 200 Ml lauwarme Milch, 2 Eier, 2 Eigelb und eine "Prise" Zitronenschale zu einem glatten Hefeteig kneten. Mit einem Tuch an einem warmen Ort 30 Minuten gehen lassen. 
Teig kurz durchkneten und 2 cm dick ausrollen. Kreise mit einer runden Form wie einem Glas ausstechen, ein bisschen in Form kneten und erneut abgedeckt ruhen lassen. 
In der Zeit das Fett erhitzen. Es sollte ungefähr 165 Grad haben, wird es heißer, zickt der Hefeteig schnell. Die Teigkreise vorsichtig ins Fett gleiten lassen. Deckel drauf, nach vier Minuten wenden, nach zwei weiteren Minuten herausfischen. Sie sollten schön goldgelb sein. Auf einem Küchentuch abtropfen lassen. 
Wenn sie etwas abgekühlt sind, mit einer Spritzbeutel und einer spitzen Tülle Marmelade in die Berliner spritzen. Der Vorteil bei den selbstgemachten: Die Sorte kann selber gewählt werden. Mit Puderzucker bestäuben und möglichst frisch essen. 

P.S. Endlich wieder normale Bilder. Meine Kamera und ich mussten eine jecke Auszeit nehmen... Und das iPhone ist trotz oder wegen VSCO da doch nicht immer mein Freund bei den letzten Posts gewesen. 



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