Mittwoch, 8. Oktober 2014

From Paradise to Broken Paradise - US-Cheesecake mit Erinnerungen und neuem Banner im Gepäck


Es lebt! Nach einer ruhigen Phase bin ich wieder da, neu und frisch - so wie mein Banner. Ich wollte schon vor einigen Monaten eine neue Farbkombination und habe lange überlegt. Erst war es bunt, danach wieder protzig gold, jetzt ist's gedeckter... Irgendwie mehr so wie ich selber bin. 
Zum neuen Banner gibt es direkt meine ersten Urlaubserfahrungen mit einem super Cheesecake-Rezept.

Ich hatte es in einem Post kurz erwähnt, aber wer mir auf Instagram oder Facebook folgt, hat mitbekommen, dass ich 10 Tage in den USA war. Genauer: In Atlanta und Charleston. 

In Atlanta war ich, weil dort Familie wohnt. In Charleston, weil eine meiner besten Freundinnen dort wohnt. Die Verbindung ist für US-Verhältnisse extrem gut zwischen den Städten und so war es kein Problem, für ein paar Tage nach Charleston zu reisen. Da ich bekanntlich ein Schussel bin und es nicht auf die Reihe bekommen habe, mir einen Inlandsflug ein paar Wochen vor der Reise zu buchen, musste ich mir eine Alternative suchen. Mietwagen gab ein Drama, das ich hier nicht weiter ausführen möchte. Zug kam nicht in Frage, da ich 16 Stunden unterwegs gewesen wäre und ich nur gute zwei Tage für Charleston Zeit hatte. Also blieb nur noch der Bus. Von der Greyhound-Station fuhr ich um 14 Uhr ab. So blieb der Vormittag für Atlantas History Center mit einem Besuch im Swan-House und anschließendem Lunch im Swan-House-Restaurant.
In das Swan-House wäre ich am liebsten sofort eingezogen. Es war wie in einem kitschigen 20er Jahre Film. Und auch das Restaurant war total süß und einfach nur kitschig. Von weißen Tellern auf Rosentischdeckchen habe ich Süßkartoffel-Fries mit Puten-Sandwitch gegessen. Den Charme bekam das Restaurant allerdings erst durch die Gäste. Ich habe noch nie so viel Botox auf einen Haufen gesehen. Damen des gehobenen Alters - nenne ich sie mal so - stolzierten mit ihrem blondierten Haar, ihren gemachten Brüsten und unterspritzten Gesichtsfalten durch den Raum als wäre es das Schönheits-Paradies mit passender Preisvergabe. Schöner als Kino! 
Wie im Film ging es aber auch danach weiter. Ich wurde an der Haltestelle Downtown rausgelassen und sollte eine Stunde vor der Abfahrtszeit dort sein. Das war auch wirklich besser, denn so konnte ich mit den ersten in den Bus und mir einen Platz suchen. Das Schulmotto "Hinten sitzen die Coolen" gilt auch in den USA. So saß ich wie am Vormittag vorne bei den Grannys - und das war auch gut so.
In der Station selber bekam ich den ersten Schock, da neben betrunkenen und obdachlosen nur noch eine Handvoll Menschen inklusive mir einen klaren Eindruck machten. Insgeheim habe ich mir gewünscht, ebenfall betrunken zu sein. Aber es nützte ja nichts. Guten Freunden gibt man schließlich kein Küsschen, sondern setzt sich in einem Ghetto in einen Bus. 



Was kein Klischee ist, ist dass Aussehen. Weißes Unterhemd, Grillz statt Zähne, Baggy-Pants,... Oder eben enge Leggings, noch engeres Oberteil, FlipFlos und einen Hintern wie Kim Kardashian persönlich. Also optisch unterschied ich mich nicht nur durch meine helle Haut und meine blonden Locken. Sondern auch, weil ich ein Buch statt einer Tüte Chips auf dem Schoß hatte.

Die Fahrt ging sieben Stunden. Auf der Hinfahrt musste ich in Columbia umsteigen und hatte danach meinen eigenen Sitz. Auf der Rückfahrt hatte ich die gesamte Zeit keinen Sitznachbarn, weil nur sechs bis zehn Menschen mitgefahren sind. Irgendwo zwischen Atlanta und Columbia habe ich meine Angst dann relativ schnell begraben, da sehr strenge Regeln bei Greyhound herrschen. Kein lautes telefonieren, keine laute Musik und nichts Essbares, was jemanden stören könnte. 
Als es dunkel wurde und ich mich nicht traute, für mein Buch das Licht anzumachen, habe ich Alicia Keys und Ed Sheeran hoch und runter gehört. Und mal abgesehen von dem Flug, auf dem ich gelesen und einen Film geschaut habe, waren das seit einer Ewigkeit Stunden, die ich ohne Bespaßung, WLAN oder Ablenkung verbracht habe. 
Und das war interessant. Ich habe angefangen über die Menschen an der Busstation nachzudenken und über die, die um mich herum saßen. Das waren keine Menschen, die einfach zu schusselig waren, einen Flug zu buchen. Neben mir saß eine Frau auf der ersten Strecke. Sie war mit mir die einzige von drei weißen Fahrgästen und fuhr von San Diego nach Charleston, weil sie ihre Mutter ein paar Tage besuchen wollte. Sie war deshalb fast drei Tage unterwegs. Und das war sie nicht, weil der Flug ausgefallen ist... 
Das war schon sehr paradox... Da waren am Mittag diese botoxverseuchten Gestalten und ein paar Stunden später saß ich mit Menschen in einem Bus, die ihr gesamtes Hab und Gut in einer Plastiktüte auf dem Schoß hatten. Da fängt man tatsächlich an, sich Gedanken zu machen. Ich habe mir meine gemacht und lege jedem ans Herz, dies bei Süßkartoffel-Fries oder einer Tüte Chips auch zu tun.
Oder bei Cheesecake. 
Mein gedankliches Fazit geht an dieser Stelle zu weit. Was ich unter anderem aber auch gelernt habe: Ein paar Stunden ohne WLAN füllen den Kopf auf die altmodische Weise. 




Meinen Endgegner - den Cheesecake in der Cheesecake-Factory - habe ich am Abreisetag besiegt. Das kleine Stück hatte ich in einem Happs ohne Mühe weg, habe den Teller sogar abgekratzt und mich dank des Zuckers bei einem Schläfchen auf dem Flug ausgeruht.

Meinen kulinarischen Horizont hat die Cheesecake-Factory zwar nicht erweitert und Penny habe ich auch nicht getroffen - den amerikanischen Kalorienwahn konnte ich trotzdem ganz gut nachvollziehen. Weniger ist mehr? In den USA nicht... Aber da wir dort nicht sind, habe ich einen ganz normalen Cheesecake gebacken. 

Das Rezept: 
Für den Boden 140 Gramm Mehl, 1/4 Tl Backpulver, 50 Gramm Zucker und 50 Gramm Butter zu einer sandigen Konsistenz mit dem Mixer verarbeiten. Darunter kommt ein Eigelb. Den Teig in eine Springform mit 23 oder 26 cm Durchmesser drücken und bei 20 bis 25 Minuten im Ofen bei 150 Grad backen. Zum Abkühlen beiseite stellen.
Für den Belag 900 Gramm Frischkäse, 190 Gramm Zucker und 1 Tl Vanilleextrakt zu einer dicken Masse vermixen. Vier Eier einzeln unterrühren. Nicht zu lange schlagen, weil der Frischkäse schnell gerinnt. 
Die Masse kommt auf den Boden. Es ist besser, wenn um die Springform ein Stück Alufolie gewickelt wird. Denn diese kommt auf ein Backblech oder in eine größere Springform. Darein wird so viel Wasser eingegossen, bis die Springform mit dem Kuchen bis zu 3/4 ca. in dem Wasser steht.
Garen darf der Cheesecake bei 150 Grad 30 bis 40 Minuten. Oben sollte er noch weich sein. Sobald er abgekühlt ist, kommt er in den Kühlschrank und muss über Nacht noch einmal ruhen... Und daaaaaann kann er endlich gegessen werden.

Kommentare:

  1. Mhhhh.... LECKER! Ich habe diesen Kuchen auch schon gebacken. Allerdings mit einer Sauerkirsch-Vanille-Glasur - ebenfalls nicht zu verachten! Ganz wichtig: Frischkäse DOPPELRAHMSTUFE!!! Muss sich ja lohnen...

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  2. Auf jeden Fall Doppelrahm... Hm... Kaloriensparmodus ist hier nicht gewünscht.
    Was auch lecker ist: Oreos oder Brownies vorm Backen auf den Frischkäse legen. Lecker :)

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